Das Erzgebirge hat eine lange und wechselvolle Geschichte – und die deutsch-tschechischen Beziehungen spielen darin eine zentrale Rolle. Die Grenze zwischen Sachsen und Tschechien verläuft mitten durch das Gebirge, und das Landhotel Altes Zollhaus liegt nur wenige Kilometer von ihr entfernt. Hier bekommst du einen Überblick über die Geschichte dieser Grenzregion.
Jahrhunderte gemeinsamer Geschichte
Über Jahrhunderte haben sich hier Menschen verschiedener Sprachen und Kulturen begegnet, Handel getrieben und sich ausgetauscht – manchmal auch miteinander gestritten. Beide Seiten verbinden der Bergbau, die Handwerkskunst und viele Traditionen. Die böhmische Seite gehörte zum Königreich Böhmen und bis 1918 zu Österreich-Ungarn.
Das 20. Jahrhundert: Brüche und Vertreibung
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die böhmische Seite Teil der neu gegründeten Tschechoslowakei. Viele deutschsprachige Bewohner fühlten sich in ihrer Identität bedroht. 1938 wurden die sogenannten Sudetengebiete nach dem Münchner Abkommen an das Deutsche Reich angegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen sie zurück an die Tschechoslowakei, und die deutschsprachige Bevölkerung wurde vertrieben – viele von ihnen fanden in Sachsen und anderen Teilen Deutschlands eine neue Heimat.
Zur Zeit der DDR
Die DDR und die Tschechoslowakei waren offiziell „Bruderstaaten“, doch die Grenze blieb eine politische Trennlinie mit eingeschränktem Austausch. Trotzdem gab es Kontakte: Menschen besuchten sich, kauften im Nachbarland ein, und kulturelle Begegnungen fanden statt.
Heute: offene Grenzen und gute Nachbarschaft
Seit 1989 und besonders seit dem Beitritt Tschechiens zum Schengen-Raum 2007 kannst du die Grenze frei überqueren. Heute sind die Beziehungen freundschaftlich, und zahlreiche Projekte stärken die Zusammenarbeit. Seit 2019 ist die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří sogar gemeinsames UNESCO-Welterbe beider Länder.
Ausflüge über die Grenze
Vom Zollhaus aus wanderst du in etwa einer halben Stunde ins tschechische Moldava. Auf dem Schmugglerweg erlebst du die Grenzgeschichte hautnah, und Teplice erreichst du mit dem Auto in rund 35 Minuten.
Geschichte erleben im Erzgebirge
Im Erzgebirgsmuseum in Annaberg-Buchholz erfährst du mehr über Bergbau- und Handwerkstradition. Die erzgebirgische Volkskunst – Räuchermännchen, Nussknacker und Schwibbögen – hat auf beiden Seiten der Grenze Bedeutung. Mehr dazu in unserem Beitrag Wood, folk art and fog in the Ore Mountains.
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